Die Geschichte der Espressomaschine

Da wir selbst absolute Espressoliebhaber sind, haben wir beschlossen, der Geschichte und der Funktionsweise der Espressomaschine genauer auf den Zahn zu fühlen. Im Folgenden erklären wir Ihnen, wie die heute sehr beliebte Espressomaschine zu einem für viele Leute unverzichtbaren Bestandteil im Haushalt wurde.

Aller Anfang ist schwer

Geschichte der Espressomaschine
Im Jahr 1884 ließ der Italiener Angelo Moriondo die erste Espressomaschine patentieren. Damit er die langen Wartezeiten, die durch die lange Brühzeit von Filterkaffee hervorgerufen wurden, der Gäste in den Kaffeehäusern verkürzen konnte, suchte er nach einer Lösung, diese Brühzeit zu verkürzen. Daraufhin entwickelte er einen großen Wasserkessel, der das Wasser mit einem Druck von 1,5 bar durch das Kaffeemehl drückte. Die heutigen Espressomaschinen arbeiten in der Regel mit einem Druck von etwa 9-15 bar. Damit hatte Moriondos Erfindung dennoch spürbar weniger mit den uns heute bekannten Espressomaschinen zu tun.

Cafeé Espresso

In Folge der genialen Erfindung von Angelo Moriondo versuchten sich zahlreiche Erfinder an der Idee einen dampfbetriebenen Kaffeezubereiter zu entwickeln. Schließlich gelang solches dem Italiener Desiderio Pavoni im Jahr 1906. Seine Erfindung bekam den Namen ‚cafeé espresso‘.
Moderne Espressomaschinen verfügen immer noch über viele Ansätze der ersten Pavoni: Noch heute ist es dem Inhaber einer guten Kaffeemaschine, dank der Sichterheitsventile, Dampfdüsen und mehreren Siebträgern möglich, Kapazitäten von bis zu 1000 Tassen Kaffee pro Stunde zu erreichen.
Nun war es zwar möglich, viel Kaffee in einer sehr viel geringeren Zeit zuzubereiten, jedoch wurde der Kaffee weiterhin nur mit Dampf extrahiert, dessen Druck die 2 bar Grenze nicht überstieg. Das Resultat: Der Kaffee schmeckte wegen dem viel zu geringen Druck verbrannt, bitter und wässrig.

Einmal kräftig ziehen

Ein radikaler Wandel, weg von der Pavoni Maschine, die damals den Markt dominiert hatte, trat im Jahr 1938 ein, als der Italiener Achille Gaggia seine überarbeitete Version der Espressomaschine präsentierte. Gaggias Maschine benutze nämlich statt Dampf nun Wasser. Durch einen Federkolben, der durch das Anziehen eines Hebels betätigt werden konnte, wurde der Druck in der Maschine erzeugt. Der Begriff des ‚Espressoziehens‘ hat daher seinen Ursprung. Mit dem Federkolben war es jetzt endlich möglich, höheren Druck beim Zubereiten vom Espresso zu erhalten. Es entstand dadurch das heute perfekte Druckverhältnis der Espressozubereitung: 8-10 bar.
Außerdem entstand durch den hohen Druck der Gaggia Maschine erstmals eine Crema, die heute als Zeichen eines gelungenen Espressos gilt.
Ein gravierendes Problem hatte die Espressomaschine jedoch noch. Durch die Tatsache, dass ein Hebel gezogen werden musste, um den Druck zu erzeugen, enstand das Problem, dass es sich für den Barista als sehr schwierig erwies, regelmäßige Ergebnisse zu erzielen.

Glücklicherweise kam im Jahr 1961 die erste moderne Espressomaschine auf den Markt: Die Faema E61. Bei dieser Espressomaschine wurde der Druck statt mit einem Hebel nun mit einer Pumpe erzeugt. Mit dieser Erfindung der Pumpe konnte jetzt endlich ein regelmäßiger Druck erzeugt werden, wodurch auch das letzte große Problem bei der Espressozubereitung durch die Faema E61 beseitigt wurde.

Der Espresso der Zukunft

Neben dem Druck gibt es noch viele andere Variablen, die den Geschmack des Espressos am Ende bestimmen. Andere Faktoren, die sich störend auf den Espresso auswirken, werden zukünftig sicherlich auch noch beseitigt werden. So kann die Wassertemperatur mit einer elektronischen Steuerung exakt und auf den Grad genau eingestellt werden. Viele Aromastoffe, die bei vorgemahlenen Kaffeebohnen verloren gehen, werden durch moderne Kaffeemühlen, die die Bohnen erst Sekunden vor der Zubereitung mahlen, bewahrt. Auch wird ein ursprüngliches Problem der Vergangenheit wieder aufgegriffen: Moderne Maschinen können während der Zubereitung den Druck, mit dem der Espresso zubereitet wird, individuell anpassen, wodurch verschiedene Aromen des Kaffees betont werden.

Die Kunst der Espressozubereitung wird mit Gewissheit in Zukunft noch deutlich verfeinert werden!


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