Ist Kaffee gesund?

Kaffee gesund? Tasse Kaffee mit Bohnen

Über 160 Liter Kaffee trinken wir jährlich. Wurde noch vor einigen Jahren vor dem Kaffee gewarnt, hat sich das Blatt inzwischen gewendet. Ist er wirklich schlecht für das Herz und entzieht er dem Körper Wasser? Mehr und mehr Studien weisen darauf hin, dass unsere Binsenweisheiten zum Kaffee möglicherweise nicht stimmen.

 

Kaffee und Krebs

Beim Rösten von Kaffee entsteht Acrylamid. Dieser Stoff ist potenziell krebserregend und bildet sich auch beim Braten und Frittieren. Deshalb wollte ein kalifornisches Gericht Starbucks dazu verurteilen, einen Warnhinweis auf den Bechern anzubringen. Das ist sicherlich übertrieben, die aufgenommene Menge liegt weit unter den Grenzwerten. Man sollte darauf achten, nicht zu viel Acrylamid mit der Nahrung aufzunehmen. Chips, Pommes Frits und so manche süße Kaffeespezialität schaden jedoch auf nachgewiesene Art der Gesundheit, weil zu viele Kalorien enthalten sind. Das Acrylamid ist zu vernachlässigen.

 

Kaffee und Bluthochdruck?

Trinkt man Kaffee erhöht sich der Blutdruck für eine halbe Stunde um 10-20 mmHg. Vor dem Arztbesuch drei Tassen Kaffee zu trinken ist keine gute Idee, weil das zu einer falschen Messung führt. Der Körper gleicht den Anstieg aber wieder aus. Die Empfehlung an Bluthochdruck-Patienten, Kaffee wegzulassen, gilt deshalb als überholt.

 

Kaffee und Diabetes?

Die Behauptung, Kaffee würde den Blutzuckerspiegel durcheinanderbringen und sollte von Diabetikern gemieden werden, steht in letzter Zeit unter Druck. Studien der Harvard-Universität stellen fest, dass starke Kaffeetrinker ein viel niedriges Risiko haben, an Altersdiabetes zu erkranken. Der Kaffee enthält neben dem Koffein noch andere Pflanzenstoffe, die sich positiv auswirken.

 

Kaffee und Herzinfarkt / Schlaganfall?

Lange wurde angenommen, dass Kaffeetrinken das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko erhöht. Auch hier weisen neue Studien in eine andere Richtung. Immer häufiger stellen Forscher fest, dass selbst starkes Kaffeetrinken sich nicht negativ auf das Herz und den Blutstoffwechsel auswirkt.

 

Kaffee und Alzheimer?

Dass Kaffeetrinker seltener an Demenz erkranken, war lange bekannt. Inzwischen ist man der Ursache auf der Spur. Koffein begünstigt die Entstehung eines Enzyms, welches Gehirnzellen vor dem vorzeitigen Absterben bewahrt. Es schützt die Neuronen vor Überregung durch Stress und unterstützt die Proteine bei der korrekten Entfaltung.

 

Entzieht Kaffee dem Körper Wasser?

Wer eine Tasse Kaffee trinkt, muss öfter zur Toilette. Eine Erhöhung der Harnmenge ist eine Alltagserfahrung, die der ungeübte Kaffeetrinker schon gemacht hat. Deshalb wurde immer behauptet, Kaffee entziehe dem Körper Wasser und man dürfe die morgendliche Tasse nicht zur empfohlenen Trinkmenge dazu zählen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat diese Volksweisheit nun als Ernährungsmythos entlarvt. Der Körper scheidet Wasser zu 82 % und Kaffee zu 84 % wieder aus. Ein unbedeutender Unterschied.

 

Macht Kaffee wirklich wach?

Das kann man sich von einem Neurologen kompliziert und langatmig erklären lassen. Kurz gesagt macht das Koffein nicht wach, es hindert den Körper daran, sich müde zu fühlen. Das gibt uns morgens den kleinen Schups, um in die Gänge zu kommen. Er hilft nur kurz, wer erschöpft ist und unter Schlafmangel leidet, dem ist mit Kaffee nicht wirklich geholfen.

 

Fördert Kaffee die Laune?

Das Zubereiten und Trinken einer Tasse Kaffee ist wie ein Ritual. Man trinkt sie allein oder zusammen mit Freunden und macht eine kleine entspannende Pause. Es gibt wenig Dinge im Leben, die von Menschen aus allen Schichten und Lebenslagen als so positiv und stimmungsaufhellend empfunden werden wie Kaffee trinken. Nicht umsonst steigt der Konsum mit jedem Breitengrad zum Nordpol an. Fehlt die Sonne, hellt der Kaffee die Stimmung auf.

 

Macht Kaffee süchtig?

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Kaffeetrinker eine körperliche und psychische Abhängigkeit entwickeln. Hört man abrupt auf, Kaffee zu konsumieren können Kopfschmerzen und Verstimmungen auftreten. Ob man hier von einer das Leben beherrschenden Sucht sprechen kann? Einen unbezwingbaren Drang, Kaffee zu sich zu nehmen verspüren die wenigsten. Die Entzugserscheinungen sind milde und lassen in der Regel nach einer Woche nach.

 

Verträglichkeit von Kaffee?

Ob Kaffee bekömmlich ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab und wie bei jedem anderen Lebensmittel, können Unverträglichkeiten auftreten. Es gibt definitiv Personen, die keinen Kaffee trinken können und mit Nervosität, Zittern, Durchfall und Schlaflosigkeit reagieren. Andere vertragen bestimmte Zubereitungsarten nicht und bekommen davon Sodbrennen. Es gibt aber Methoden, die Verträglichkeit von Kaffee zu erhöhen, angefangen bei einem kleinen Schluck Milch bis zu aufwendigen Aufgussmethoden.

 

Kaffeesatz als Beauty Produkt

Aus Kaffeesatz kann man ein Peeling herstellen. Fünf Esslöffel Kaffeemehl mit heißem Wasser übergießen oder gleich aus dem Kaffeefilter nehmen. Mit etwas Olivenöl oder Honig vermischen, fertig ist das selbst gemachte Beautyprodukt, frei von Mikroplastik und sonstigen schädlichen Zusätzen. Koffein, Kaffeeöle und Säuren revitalisieren die Haut. Kaffeesatz ist ein Beautytrend, dem sich zunehmend auch die Kosmetikindustrie zuwendet.

Ob Kaffee gesund ist oder nicht, ist eine komplexe Frage. Dazu wäre es erforderlich, zwei Gruppen zu bilden. Eine trinkt 10 Jahre lang Kaffee und die andere nicht. Ob dabei koffeinfreier Kaffee erlaubt sein soll, zeigt die ersten Schwierigkeiten für die Forscher auf. Eine solche Studie ist nicht durchführbar. Zu viele andere Faktoren können Einfluss auf die Gesundheit der Studienteilnehmer haben.

Kaffee ist eines der am besten erforschten Lebensmittel. Deshalb war es möglich, eine Metastudie zu machen, eine Auswertung einer großen Anzahl von Forschungsergebnissen. Das Ergebnis war eindeutig: Kaffeetrinker leben länger! Niemand kann aber erklären, warum sich die negativen Aspekte von Kaffee nicht auf die Lebenszeit auswirken. Deshalb sollten Sie sich den Genuss von Kaffee nicht versagen, solange er Ihnen persönlich gut bekommt.


Für diesen Beitrag sind die Kommentare geschlossen.